Freiheit und Sicherheit können wir nicht als selbstverständlich annehmen. Eine wehrhafte Demokratie braucht daher auch Menschen, die bereit sind sie zu verteidigen.
Das Gebot zur Anerkennung solcher Leistungen und zur Fürsorge bei Verwundung bzw. Tod von Soldaten leitet sich demnach von einer generellen Akzeptanz unseres deutschen Demokratieverständnisses ab.
Auslandseinsätze gehören heute bereits fest zum Berufsbild des Soldaten und mit ihnen auch die Möglichkeit, in einem solchen verletzt oder sogar getötet zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Einsätze vom Grundsatz her politisch befürwortet oder ablehnt; die Unterstützung der deutschen Soldaten in den Einsätzen ist Aufgabe und solidarische Pflicht eines jeden Bundesbürgers, denn Soldaten sind genauso Menschen, Töchter oder Söhne, Partner, Mütter oder Väter, Nachbarn und Freunde wie jeder andere Bürger auch.

Warum sollte man helfen?
Immer wieder kommt es allerdings vor, dass staatliche Hilfen nicht ausreichen, um nach Verwundung wieder ein normales Leben aufnehmen zu können oder wieder vollständig in das Berufs- und Lebensumfeld integriert zu werden. Auch die Angehörigen von Gefallenen können nicht immer mit ausreichend Unterstützung bei der Bewältigung ihres Verlustes rechnen und fühlen sich daher nicht selten von der Gesellschaft alleingelassen.
Abseits jeder Politik wollen wir daher nicht nur Betroffenen direkt mit unseren Spenden helfen, sondern auch Verständnis schaffen und den Dialog zwischen Bundeswehr und Gesellschaft fördern. Denn ‘Helfen’ sollte ganz nach Albert Schweitzer Aufgabe jedes Bürgers im Sinne der Solidarität zu seinen Mitmenschen sein; egal ob diese Soldaten sind oder nicht. Es soll keine zwei Gesellschaften, eine zivile und eine militärische, innerhalb Deutschlands geben. Dr. Thomas de Maizière, ehemaliger Bundesminister der Verteidigung, amtierender Bundesminister des Innern und Schirmherr dieses Projekts hat es in einem Grußschreiben anlässlich des Solidaritätslaufs 2011 sehr treffend ausgedrückt:
“Solidarität ist ein Fundament menschlichen Zusammenlebens. Sie betont die gegenseitige Verantwortung der Menschen füreinander, die Mitverpflichtung für die Gemeinschaft und die Nächstenliebe. Solidarität hält unsere Gesellschaft zusammen.”
Mit dem Grundsatz, dass insbesondere auch Zivilisten am Solidaritätslauf teilnehmen können sollen, wird allerdings noch ein weiteres Ziel verfolgt: Das Befördern eines – manchmal hat es den Anschein – verloren gegangenen Dialogs zwischen der Gesellschaft und Bundeswehr. Der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck sagte dazu anlässlich seines Antrittsbesuchs bei der Führungsakademie der Bundeswehr im Juni 2012:
“Dass Frieden, Freiheit und Achtung der Menschenrechte vielfach nicht von alleine entstehen – wer wüsste das besser als wir Deutschen? Es waren ausländische Soldaten, die unserem Land die Möglichkeit der Freiheit schenkten, als sie selbst für ihre eigene Freiheit kämpften. Deshalb: „Ohne uns“ als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen.”
Eine fundierte Diskussion aus der Mitte der Gesellschaft um Ausgestaltung und Aufgabenbereiche dieser, unserer parlamentarischen Armee und der internationalen Verantwortung Deutschlands kann und muss es daher wieder verstärkt geben. Und diese soll nicht nur in Führungsstäben oder Gremien stattfinden, sondern im offenen, ehrlichen und direkten Austausch zwischen Gesellschaft, Politik und Bundeswehr. Denn: “Freiheit, so haben wir gelernt, ist ohne Verantwortung nicht zu haben.”(Joachim Gauck) Zur Anregung einer Diskussion um diese Verantwortung dient auch der Solidaritätslauf!

Wie wird geholfen?
In diesem Jahr unterstützten wir mit dem Solidaritätslauf Hamburg die Soldaten und Veteranen Stiftung (SVS), die Oberst-Schöttler-Versehrten-Stiftung und die die Stiftung der deutschen Polizeigewerkschaft.
Was zu tun ist:
Vergessen wir also alle einen Moment lang unsere alltäglichen Streitigkeiten, unsere politischen Meinungsverschiedenheiten oder unsere Haltung gegenüber Auslandseinsätzen und konzentrieren uns alle für einen kurzen, aber wirksamen Augenblick wieder auf das, was wirklich wichtig ist: Die Gesundheit und das Wohlergehen jedes Bundesbürgers und damit auch jedes Soldaten. Sie leisten ihren gefährlichen Dienst für das Wohl von uns allen und können bei Verwundung trotzdem nicht immer mit der angebrachten finanziellen wie moralischen Hilfe rechnen. Das wollen wir mit eurer Hilfe ändern!
Hilf mit – Lauf mit! Gemeinsam Zeichen setzen und Teil der Tradition des Helfens werden…
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